Seidelalm Wanderung
Ich habe mir diesmal eine Trailrunning-Runde zum Kitzbüheler Horn gegönnt – und die laufstarken, großen Hunde gleich mit eingepackt. Von Anfang an ging es flott dahin, viele Etappen komplett ohne Leine, weil wir abseits der hochfrequentierten Wanderwege unterwegs waren. Keine Menschenseele, nur wir, ein traumhafter Höhenweg (Alpenblumenweg), endlose Aussicht und eine Strecke, die sowohl mir als auch den Hunden ordentlich etwas abverlangt hat: rund 15 km und über 1.000 Höhenmeter im zügigen Trailrunning-Schritt.
Zwischendurch gab’s eine kurze Abkühlpause am Hornköpflsee, bevor uns oben ein kalter Wind und die ersten Schneeflecken empfingen – perfekt für die Hunde, die genau solche Bedingungen lieben.

Die Tour: Route, Highlights & Tipps
Schon nach den ersten Metern durch den Leitnerwald und den ruhigen Hagsteinweg merkt man: Diese Runde lebt von ihrer Einsamkeit. Kaum jemand ist hier unterwegs – perfekt, wenn man mit lauffreudigen Hunden lieber abseits der üblichen Horn-Trassen bleibt. Die Wege wechseln ständig zwischen Wald, weichen Trails und freien Forstpassagen, was den Hunden enorm Spaß macht und sie mental wie körperlich fordert. Richtig spektakulär wird es ab dem Abzweig zum Steig: Der Alpenblumenweg eröffnet plötzlich ein Panorama, als würde man über den Kitzbüheler Alpen schweben. Weite Täler, schroffe Bergkanten und dieser ständige Blick Richtung Wilder Kaiser – das ist der Moment, in dem man automatisch das Tempo reduziert, einfach um länger zu schauen.
Ein absolutes Highlight ist der Hornköpflsee. Kristallklar, perfekt für eine kurze Hundepause, und an windigen Tagen eine richtige Erfrischung – besonders, wenn oben schon die ersten Schneefelder auftauchen und die Hunde im kühlen Wind völlig aufblühen. Weiter oben warten flowige Trailpassagen, kleine Steige und immer wieder freie Stellen zum Verschnaufen, Fotografieren oder einfach Durchatmen. Tipp: Genug Wasser für den unteren Teil mitnehmen, da viele Quellen erst später kommen. Und: Die Runde ist fordernd! Hunde sollten trittsicher sein und bergige Distanzen gewohnt sein. Wer früh startet, hat die Höhenwege fast für sich – und erlebt das Horn von seiner schönsten Seite.
Fazit: Für wen eignet sich die Tour?
Diese Runde zum Kitzbüheler Horn ist ideal für alle, die einsame Trails, viel Natur und eine echte sportliche Herausforderung suchen – egal ob mit oder ohne Hund. Ich war im flotten Trailrunning-Tempo etwa zwei Stunden unterwegs, aber wer die Strecke entspannt wandernd genießen möchte, sollte eher vier bis fünf Stunden einplanen. Vor allem mit Hund lohnt es sich, Pausen am Hornköpflsee oder entlang der Höhenwege einzuplanen. Wichtig ist: Die Tour ist anspruchsvoll. Die 1.000 Höhenmeter und die wechselnden Untergründe verlangen Trittsicherheit, Kondition und ein bisschen Bergerfahrung.
Für mich, die fast täglich trainiert, fühlt es sich wie eine natürliche Einheit an – für weniger geübte Wanderer kann es jedoch schnell fordernd werden. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine der schönsten, abwechslungsreichsten und ruhigsten Runden rund um das Horn zurück.